FARAH – Anfassen in Maßen! – Kämmen jederzeit!!

14/05/2017

„Boh, schon zwei volle Jahre im Tierheim… wie die Zeit vergeht!

Wenn wir keine Namen mitbringen, dann bekommen wir hier einen, schließlich ist jeder von uns eine Persönlichkeit und verdient daher eine individuelle Anrede! Gerne geben sie uns einen Namen, der ihnen eine ‘Eselsbrücke’ baut, denn sie müssen sich im Laufe eines Jahres 300-400 Geschichten merken (soviele Miezen gehen hier jährlich ein und aus). Bei mir/uns war es der Buchstabe ‘F’. der simpel für ‘Fressplatz’ stand. 7 Miezen waren wir, mehr oder minder zutraulich.

Eine ältere Dame hat uns draußen gefüttert, in einem inzwischen ‘Schicki-Micki-Viertel’. Als sie aus gesundheitlichen Gründen ihr Haus verlassen musste, mussten auch wir ‘Schandflecke' verschwinden. Scheue Katzen, die herumlungern und betteln? Wie sieht das denn aus?! Sowas geht ja gar nicht!!

Mit der Zeit fanden alle einen Unterschlupf. Die einen bei netten Menschen, denn sie ließen sich durchaus anfassen – die anderen in einem Pferdestall, denn sie waren so scheu, daß sie Euch Menschen absolut aus dem Weg gegangen sind. Dort dürfen sie nun in Freiheit leben und gehen ihrem Hobby Mäusefangen nach. Ich lag charakterlich irgendwo dazwischen. Schnell habe ich mich von den anderen abgeseilt (die sassen zumeist gemeinsam draußen) und ich war fast ausschließlich drinnen anzufinden. Anfassen fand ich eher uncool. Und wenn Ihr es dennoch versucht hab, hab' ich Euch zumeist gebissen. Stattdessen habe ich andere Miezen bekuschelt. Wer auch immer Kuschelbedarf hatte, suchte gerne meine Nähe. Das ist auch heute noch so. Nun ist es zumeist Daggy, die sich an mich schmiegt (ein Video davon findet Ihr bei meiner Einzelbeschreibung).

Das ging so bis zu dem Tag (vor einigen Monaten), als ich Kämmbedarf hatte. Ich habe zwar einen Kurzhaarpelz, da ich aber recht gross bin und auch nicht mehr die Allerallerjüngste, komme ich nicht überall gut dran und so hatte ich einen Knorzel an der Seite. Da gab es nur zwei Möglichkeiten: a) wenn es schlimmer wird, ab zu Onkel Doktor und unter Narkose scheren oder b) zwangskämmen/bürsten bis es weg ist, egal ob ich beiße! Sie entschieden sich für Variante b) - gefasst auf alles.

Doch, völlig unerwarteterweise, fand ich die Drahtbürste mega! Fast hätte ich mich auf den Rücken gerollt und ‘Mehr!’ gerufen! Das schubberte so schön!

Inzwischen lasse ich mich zwischen dem Bürsten auch mal anfassen, aber ich bin schnell an meinem Limit und beisse, wenn ich genug habe. Vom Bürsten habe ich allerdings nie genug und dann beisse ich auch nicht! Wenn sich jemand von Euch mit der Bürste in der Hand nähert, dann bin ich voll dabei! Und wenn Ihr mit dem Kämmen aufhört und mir nur noch die Bürste lustlos unter die Nase haltet, tja, dann bürste ich mich eben selber!!!!