Der vegane Hund

14/04/2019

Einen Hund vegan zu ernähren geht relativ einfach…

…wenn man sich mit dem Nährstoffbedarf des Hundes auseinandersetzt. Der Hund benötigt eine Proteinquelle, Kohlenhydrate, Gemüse, Öl und ein abgestimmtes Nahrungsergänzungsmittel bei selbstgekochtem Futter.

Bei Fertigfutter, ob trocken oder nass, werden ab Werk verschiedene Vitamine, Mineralien und Spurenelemente dazugegeben. Veganes und konventionelles Futter unterscheiden sich in dieser Hinsicht nicht. Bei selbstgekochtem Futter müssen diese Stoffe selbst zugesetzt werden.

Was soll ins Futter?

Empfehlung zur Fütterung mit V-Complete 4te Generation

Neue Fütterungsempfehlung – Stand April 2018

bohnen für hunde - so klappt es!

Proteine

Proteine auch Eiweiße genannt, benötigt der Hund zum Erhalt der Körpersubstanz und für die Neubildung von Gewebe. Die Proteine setzen sich zusammen aus einer Aneinanderreihung von Aminosäuren.

Aminosäuren

Die Aminosäuren unterscheiden sich in essenzielle und nicht essenzielle Aminosäuren. Die essenziellen müssen über die Nahrung zwingend zugeführt werden, die nicht essenziellen können vom Hund selbst synthetisiert werden.

Woher kommen die Proteine?

Statt Fleisch, wie in der konventionellen Fütterung, kommen bei uns Hülsenfrüchte als wertvolle Proteine in den Topf. In Frage kommen jegliche Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen, Erbsen und Kichererbsen. Ich verwende normalerweise getrocknete Lebensmittel, die allerdings vor dem verfüttern gekocht werden müssen, da sie in rohem, ungekeimtem Zustand giftig sind.

Allerlei Linsen

Linsen lassen sich fix zubereiten, da sie nicht eingeweicht werden müssen und in kurzer Zeit kochen (15-45 Minuten, je nach Linsenart). Rote und gelbe Linsen sind schnell gar, braune Linsen brauchen meist länger bis sie weich sind. Braune Linsen können auch vorher eingeweicht werden, dann kochen sie schneller. Bohnen, Erbsen und Kichererbsen sollten ca. 12 Stunden eingeweicht werden und dann ca. 1 – 1 1/2 Stunden gekocht.

Trockenfrüchte einweichen

Ich stelle die Hülsenfrüchte meist über Nacht in einer Schüssel mit ausreichend Wasser in den Kühlschrank, dann können sie am nächsten Morgen gekocht werden. Vor dem Füttern sollten die Bohnen, (Kicher-)Erbsen zerkleinert werden, bei Linsen ist dies je nach Art nicht nötig, da sie beim Kochen schon zu einem Püree zerfallen.

Die in der Leber umgewandelten oder freigesetzten Aminosäuren werden vom Organismus für Synthesevorgänge genutzt, überwiegend in der Muskulatur, aber auch in Organen, Haut und Haaren.

Meyer/Zentek - Ernährung des Hundes - 2016

Ballaststoffe und Vitamine

Viele Gemüse sind faserreich und liefern Ballaststoffe. Auch sind sie mit Vitaminen und Mineralien ausgestattet. Und natürlich schmecken sie sehr gut. Das Gemüse kann je nach Art roh gefüttert, gedämpft, gekocht oder gebraten werden. Am besten du schaust wie es dein Hund am besten verträgt. Rohes Gemüse fütterst du zur Eingewöhnung idealerweise in kleinen Mengen und steigerst dann mit der Zeit.

Gemüse

Bei den Gemüsen kann man sehr viel ausprobieren. Ich gucke immer was gerade Saison hat und variiere sehr regelmäßig. Eddie mag besonders Möhren, Kohlrabi und Fenchel. Bei uns stehen Rote Beete, unterschiedliche Rüben, Rotkohl, Wirsingkohl und Kürbis auf dem Plan. Anteil ca. 30% der Ration.

Energie! Aber welche?

Der Hund benötigt Energie für verschiedene Prozesse im Körper, z.B. für die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur, die Atmung, den Kreislauf, die Nahrungsaufnahme, Verdauung und Ausscheidung sowie körperliche Aktivität. Kohlenhydrate und Fett sind hierbei die Hauptlieferanten.

Kohlenhydrate

An Kohlenhydraten kommen bei uns Nudeln, Vollkorn-Reis, Polenta, Vollkorn-Couscous, Kartoffeln und Quinoa in den Napf. Diese können gut für einige Tage im voraus zubereitet und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Ich gebe auch gerne Haferflocken zum Futter, dieses bindet die Feuchtigkeit und erlaubt es Klöße zu formen, die der Hund besonders leicht fressen kann. Die Kohlenhydratquelle sollte ca. 28% des Futters ausmachen.

Fett zur Energieaufwertung

Fette und Öle dienen neben den Kohlenhydraten als Energielieferanten. Sie enthalten essenzielle Fettsäuren und werden zu einem hohen Prozentsatz verdaut (>90%) (Meyer/Zentek – Ernährung des Hundes – 2016). Weitere Nährstoffe bringen sie nicht mit. Pflanzliche Öle enthalten meist viele ungesättigte Fettsäuren. Sonnenblumen-, Distel- und Maiskeimöl enthalten vor allem Linolsäure. Leinöl und Rapsöl enthalten ⍺-Linolensäure. Olivenöl liefert Ölsäure.

Öl liefert Geschmack

Es eignen sich viele pflanzliche Öle zur Fütterung, idealerweise kaltgepresste. Öl verbessert auch den Geschmack des Futters, da es die Aromen besonders hervorhebt. Bei uns gibt es Leinöl, Rapsöl. Kokosöl, Sesamöl, Olivenöl. Maiskeimöl ist auch eine Option.
Ich brate das Gemüse gerne im Öl an (nicht über den Rauchpunkt erhitzen) und gebe die weiteren Zutaten dazu. Ca. 2% der Ration.

Öl eignet sich besonders um das Futter kalorisch aufzuwerten. Gerade bei sportlichen oder sehr schlanken Hunden ist das eine sehr gute Möglichkeit mehr Energie zuzuführen (bis zu 10g/kg KM/Tag)

Salz

Um reibungslose Abläufe im Körper zu gewährleisten braucht der Hund auch Natrium und Chlorid. Diese sind zum Beispiel für den Wasserbestand im Körper von Bedeutung und um das Säure-Basen-Gleichgewicht sowie die neuromuskuläre Erregbarkeit zu erhalten. Hunde sind gegenüber hohen Kochsalzgaben relativ tolerant, solange ausreichend Wasser zur Verfügung steht (Meyer/Zentek – Ernährung des Hundes – 2016). Es sollten 125mg Salz je kg Körpermasse am Tag zugeführt werden.

L‑Carnitin und Taurin

Ergänzt haben wir des weiteren L-Carnitin und Taurin. Papayablättern bringen eiweißspaltende Enzyme. V-Complete unter das zimmertemperierte, fertige Futter oder in eine Komponente des Futters mischen. Ein Teelöffel entspricht ca. 4g.

Ergänzen was fehlt mit V‑Complete

Um die hausgemachte, vegane Hundenahrung optimal zu ergänzen haben wir V-Complete entwickelt, das alle essentiellen Nährstoffe enthält. Vitamin B12, Kalzium, weitere Mineralstoffe, Aminosäuren und Vitamine sowie Spurenelemente komplettieren dein selbstgekochtes Futter.

Fütterungsempfehlung

Du bereitest deinem Hund eine schmackhafte Mahlzeit zu, z.B. aus folgenden Rezeptempfehlungen (gedruckt erhältlich bei uns im Tierheim), und mischt V-Complete unter.

Ein 15kg Hund braucht pro Tag ca.

155g Proteinquelle (Trockengewicht) gekocht
120g Gemüse, gegart zur besseren Verdaulichkeit
110g Koglenhydratquelle (Trockengewicht) gekocht
7,5g Öl
6g V-Complete – 2g pro 5kg Körpergewicht
ca. 2g Salz – 125mg je kg Körpergewicht

Jeder Hund ist unterschiedlich. Da du deinen Hund am besten kennst, pass die Futtermenge an Vitalität, Alter und Gesundheit an. Sorge dafür das dein Hund immer ausreichend Wasser zur Verfügung hat.

Du rührst V-Complete unter das abgekühlte Futter. V-Complete enthält hitzeempfindliche Vitamine, auch der Geruch verändert sich durch Erwärmung, deswegen sollte das Futter immer Zimmertemperatur haben, wenn du V-Complete einrührst.

Um alle Nährstoffe zur Verfügung zu stellen ist es wichtig abwechslungsreich zu füttern. Variiere die unterschiedlichen Optionen von Kohlenhydraten, Proteinen, Gemüse und Öl. Dadurch wird das Futter auch nicht langweilig.

In der Umstellungsphase zum veganen Futter solltest du behutsam vorgehen und die neuen Futterkomponenten langsam einschleichen, indem du immer mehr Anteile unter das bisherige Futter mischst. So hat dein Hund Zeit sich geschmacklich und körperlich an das neue Futter zu gewöhnen. 

Im Tierheimshop in Dudelange erhältlich :