Napoleon alias Miou – eine Odyssee um die Welt..!

18/12/2016

Dies ist eine wahre Geschichte – Hollywood hätte das Drehbuch als unrealistisch abgelehnt!

Ein Flugzeug kam nach Luxemburg zur üblichen Revision. Leer, denn der Urlaubsflieger bedient nur französisches Territorium.

Die Mechaniker gingen an ihre Arbeit. Sie öffneten routinemäßig eine Bodenplatte (auf die Ihr Passagiere üblicherweise Eure Füße stellt). ...eine Katze, halb verhungert...! Während alle nur baff glotzten, kletterte einer der Mechaniker in das enge Loch. Die Katze versuchte sich zurückzuziehen und wäre damit wieder unerreichbar im Metallgerippe des Flugzeuges verschwunden. Sein beherztes Zugreifen wurde mit einem kräftigen Biss belohnt (der sich bald heftig entzündete)... letzte Verteidigungsmechanismen einer völlig dehydrierten Katze.

Sogleich ging es zum Tierarzt. Der stellte fest, dass die Mieze mindestens eine Woche dort gehaust haben musste. Zunächst ließ sich auf Grund des schlechten Gesundheitszustandes das Geschlecht nicht feststellen. Die Roten sind zumeist Kater und somit war die Schnelldiagnose: kastrierter Kater mit französischer Tätowierungsnummer – leider größtenteils unlesbar. Sofort gab es einen Baxter, um den Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen!

Zu aller Erstaunen nahm Napoleon (so genannt, weil er sich als Korse auch immerwieder ’durchbiss.’) direkt das angebotene Futter an. Normalerweise reagiert der Katzenmagen nach ein paar Tagen Nulldiät nicht mehr und die Mieze kann trotz Hunger nicht mehr eigenständig fressen. Die Erklärung: Kakerlaken! Das klingt vielleicht etwas eklig, aber das Flugzeug kam aus Regionen, wo es davon wimmelt und genau diese haben Napoleon das Leben gerettet: viele konzentrierte Nährstoffe (Eiweiß) und Feuchtigkeit!

Nach der Übernachtung beim Tierarzt kam Napoleon zum weiteren Aufpäppeln ins Tierheim. Und schon bald stellte die Fluggesellschaft fest, dass eben diese Katze nicht am Zielflughafen angekommen war – die Transportkiste war leer! Man ging davon aus, dass die Katze sich befreit hatte und entweder noch vor dem Start das Flugzeug wieder verlassen hatte oder einen Weg in die Verkleidung des Flugzeuges gefunden hatte – diese Suche gleicht der berühmten Nadel im Heuhaufen.

Tatsächlich war die Besitzerin der Katze einen Monat zuvor von einer Insel mit ihrem gesamten Hausstand aufs Festland umgezogen und hatte ihre Katze legal als Frachtgut mitgenommen (nicht jede Fluggesellschaft erlaubt, die Tiere mit in die Kabine zu nehmen). Wie frustrierend muss es sein, wenn man bei Ankunft erfährt, dass das Tier verschwunden ist???? Als sie erfuhr, dass ihre Miou (mittlerweile war längst klar, dass es sich um einen Katzenmädchen handelte und Napoleon wurde wieder mit seinem richtigen Namen angesprochen) nach so langer Zeit lebend gefunden wurde, flossen verständlicherweise die Tränen der Erleichterung. Wie entsetzt musste sie sein, als sie später das Gerippe aus Haut und Knochen sah, das einmal ihre wohlgenährte Miou war?!

Ihr Rücktransport nach einer Woche im Tierheim gestaltete sich als schwierig, war sie doch als ’blinder Passagier’ nach Luxemburg eingereist. Es gab einigen Papierkrieg und letzendlich flog sie (uh, nochmal das fiese Geräusch der Turbinen und diese Vibrationen!) in der ersten Klasse, diesmal als ’begleitetes Reisegepäck’ und selbstverständlich in einer ausbruchssicheren Transportkiste wieder zurück.

Ihre Besitzerin konnte sie wenige Stunden später endlich wieder in die Arme schließen und wird sie hoffentlich bald wieder zu ihrer vorherigen Schönheit (siehe Frontfoto) aufgepäppelt haben!!!